Spielverhalten von Hunden mit Vorerfahrungen

Welpen spielen "Beutestreit"

Sehr häufig berichten Besitzer von Tierschutzhunden, dass Ihre Vierbeiner nicht mit Ihnen spielen (So das Übliche: Ballspiel, Stöckchen, etc)., oder sie berichten, dass Ihr Hund nicht mit Artgenossen spielt und sich eher Unwohl in deren Nähe fühlt, oder am Liebsten ausweichen würde. Manche Hunde sorgen auch aktiv durch Aggression für genügend Abstand, Spielgedanken kommen da bestimmt nicht auf.

Ganz wichtige Vorraussetzungen für Spielverhalten ist natürlich zunächst mal, dass der Hund sich entsprechend sicher fühlt.
Ein Hund wird nur freudig mit einem anderen Hund spielen, wenn er sich mit dem anderen sicher fühlt und ihm voll und ganz vertraut.
Das gilt natürlich auch für ein Spiel mit dem Menschen als zukünftigem Rudelmitglied. Bevor sie an gemeinsames Spiel denken, bei dem Sie Ihren Hund, durch hektische Bewegungen, laute Stimme, überbeugendes Verhaltes und/oder andere, ohne Vertrauen zu Ihnen bedrohlich wirkende Verhaltensweisen, überfordern und Vertrauen eher zerstören als aufbauen, sollten Sie Ihrem Hund zunächst einmal die Zeit geben, die er braucht, um sich selbst für dieses Spiel zu öffnen. Wenn er Ihnen zu vertrauen beginnt und Ihnen mit Spielverhalten begegnet ist er auch tolerant genug zu verstehen, dass es in Ihrem Spiel genau so wenig Regeln (ganz wichtiges Charakteristikum von Hundespiel: keine Regeln bzgl. Rangordnung, Stärke oder Grösse) oder ernste Züge gibt, wie in seinem Spiel und er wird Ihre körpersprachlichen Fehler ignorieren bzw. verzeihen.

Dieses Gefühl von Sicherheit braucht Ihr Hund auch, oder erst Recht, wenn es um das Spiel mit Artgenossen geht.

Deshalb ist es manchmal nicht einfach, die richtigen Spielpartner zu finden. Hat Ihr Hund schon einige unschöne Erfahrungen mit anderen Hunden gemacht, wird er wahrscheinlich nicht einfach so drauflos spielen, aber sie können ihm durch einige Regeln in der Annäherung helfen, Vertrauen zu schaffen.

Wichtig: Regelverlust beim "Spiel" schafft Vertrauen

Das erste Date

Beim ersten Date geben Sie ihm genügend Zeit, den potentiellen Spielpartner zunächst gut kennen zu lernen. Verabreden Sie sich mit dem Halter des anderen Hundes zu einem gemeinsamen Leinenspaziergang. Gehen Sie anfangs in größerem Abstand hintereinander her.
So kann der hinten gehende Hund den „Vorderhund“ beobachten und die „Pee-Mails“ (Urinmarken) abschnüffeln. Damit das keine Informations-Einbahnstraße bleibt, können Sie die Richtung wechseln, so dass die Hunde abwechselnd vorne und hinten sind.
Wählen Sie dabei den Abstand groß genug. Auch wenn die Hunde gar nicht zusammentreffen, werden sie viel über den anderen erfahren. Belohnen Sie ihn für alle ruhigen, gelassenen Verhaltensweisen. Ihr Hund soll die Situation mit vielen Belohnungen und Spaß verknüpfen.

Beim regellosen Artgenossenspiel, spielen Größenunterschiede keine Rolle

Erste tatsächliche Begegnung

 

Wenn der Leinenspaziergang gut geklappt hat, können Sie beim nächsten Treffen ein kleines Begegnungstraining inszenieren.
Wählen Sie eine große Wiese, auf der Sie genügend Platz haben, um große Bögen zu laufen. Vermeiden Sie anfangs, frontal aufeinander zuzugehen. Laufen Sie große Bögen, schlängeln Sie sich um den anderen herum, laufen Sie ein paar Meter auf den anderen zu und drehen Sie dann wieder ab.
Es ist wichtig, immer für den richtigen Abstand zu sorgen. Wenn etwas schlechter klappt als ohne Ablenkung, ist der Abstand zu gering. Viele Hunde können z.B. in Anwesenheit von anderen Hunden nicht mehr so gut an lockerer Leine gehen.
Vielleicht hilft es auch, wenn der andere Hund stehen bleibt oder sich setzt. Steigern Sie nur langsam die Anforderungen und belohnen Sie auch hier entspanntes Verhalten in hoher Frequenz.

Auf diesem Bild wird nicht gespielt, aber arttypisch kommuniziert (eine wichtige Vorstufe zu späterem Spiel)

Leinen los


Wiederholen Sie das Begegnungstraining (und natürlich auch den Leinenspaziergang) so oft, bis die beiden Hunde sich gut kennen und entspannt miteinander umgehen können.
Beim Leinenspaziergang und Begegnungstraining können Sie gut beobachten, wie anstrengend es für Ihren Hund ist, einen anderen kennen zu lernen.
Findet dieses Kennenlernen in Turbogeschwindigkeit im Vorbeirennen statt, können viele Missverständnisse auftreten. Meistens ist auch das Erregungsniveau beim ersten Treffen sehr hoch und unter Stress ist besonnenes Verhalten kaum möglich.
Diese Probleme können Sie durch langsames Kennenlernen, d.h. Leinenspaziergänge und Begegnungstraining vermeiden.
Je besser die Hunde sich kennen, desto vertrauensvoller können sie dann später miteinander spielen.
(Nächste Woche geht es weiter )

Liebe Freunde und Unterstützer von D.s.N.e.V. :
Ich habe ein grossen Anliegen, bitte unterstützen Sie unsere Arbeit und Sorge für unsere Hunde in Giurgiu, sowohl im Shelter als auch auf der Farm. Wir benötigen finanzielle Mittel zum Ausbau der Farm, um die teilweise nötige Resozialisierung unserer Schützlinge zur Einbindung in eine Familie in Deutschland zu ermöglichen.

 

Rolf für das DsN-Team

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