Spiel zum Bindungsaufbau und -erhalt

Suchschnuppern beruhigt den Hund und lastet ihn aus

Grundsätzlich und ganz wichtig: Es gilt immer, den Hund nicht zu überfordern.
Der Hund soll Spaß an den spielerischen Übungen haben, Zwang ist unnötig und völlig kontraproduktiv. Kleine Schritte und viele Erfolgserlebnisse sind beim Aufbau neuer Übungen unabdingbar. Am Hund zu ziehen, ihn in Position zu drücken oder ungeduldig zu werden, bewirkt nur, dass der Hund die Freude an der Zusammenarbeit verliert.
Vor allem komplexe Dinge begreift der Hund am schnellsten, wenn er sich den Weg selbstständig erarbeitet. Man selbst kennt das auch: wenn man in einer fremden Stadt mit Jemandem unterwegs ist, der sich auskennt und führt, ist man hinterher kaum in der Lage, die Strecke selbsttätig wieder zu finden. Muss man sich den Weg dagegen selbst suchen, hat man ihn dadurch fest abgespeichert. Für Übungen mit dem Hund heißt das: man gibt ein Feedback (oder die Übung ist beim richtigen Weg selbstbestätigend), lässt den Hund aber probieren und selbst Lösungsvorschläge machen.
Wichtig ist es auch, die Übung zu beenden, bevor der Hund die Lust verliert. Dabei sollte die letzte Übung immer mit einem Erfolgserlebnis für den Hund enden. Klappt es mit der eigentlich geplanten Übung nicht, macht man zum Abschluss etwas anderes oder geht noch einmal einen Trainingsschritt zurück. So ist der Hund beim nächsten mal wieder mit Begeisterung dabei.

Selbstständige Suche des ausgelegten Futters

Falls eine Übung nicht funktioniert, kann das verschiedene Ursachen haben: vielleicht hat man es nicht geschafft, mit dem Hund so zu kommunizieren, dass er verstehen konnte. Vielleicht waren die Anforderungen zu hoch, die Ablenkung zu stark oder man selbst oder der Hund hat einfach einen schlechten Tag. In dem Fall ist es besonders wichtig, nicht auf Teufel komm raus noch irgendwie zu einem Ergebnis kommen zu wollen, sondern die Übungseinheit positiv zu beenden und eine Pause zu machen. Oft kommt man so auf neue Aufbaumöglichkeiten oder Fehlerquellen. Manchmal hat es auch den Anschein, der Hund musste nur mal „drüber schlafen“, beim nächsten Versuch klappt es dann.
Zu einer gelungenen Beschäftigung mit dem Hund gehört eine entspannte Atmosphäre. Gerade bei neuen Übungen ist es sehr wichtig, dass sowohl man selbst, als auch der Hund gut gelaunt sind und auch die Umgebung wenig Stressfaktoren oder Ablenkung bietet. Eine ruhige Wiese, oder fast noch besser: das Wohnzimmer oder der eigene Garten, eignen sich für das Erlernen von Neuem meist am besten. So fällt auch der Erfolgsdruck durch eventuell vorhandene Zuschauer weg. Klappt es dort gut und der Hund ist mit Freude dabei, kann die Ablenkung dann langsam gesteigert werden. Mit etwas Glück, wird der Hund so mit der Zeit auch auf Spaziergängen deutlich ansprechbarer und interessierter an seinem Besitzer

Für Auslandshunde gilt oft: mein Hund mag nicht spielen…

Manche Hunde haben nie gelernt, dass man sich mit Menschen beschäftigen kann oder zeigen aus einem anderen Grund kein Interesse an den Spielvorschlägen. Bevor man aufgibt, sollte man aber die Motivation des Hundes hinterfragen. Vielleicht ist er gehemmt, da er bislang eher negative Erfahrungen gemacht hat, wenn er sich bei Übungen selber einbringt. Vor allem sehr streng erzogene Hunde zeigen dieses Verhalten: lieber überhaupt nichts zu machen, als das Falsche. Ein Clicker kann hier helfen, um dem Hund zu vermitteln, dass sich Angebote zur Mitarbeit und Eigeninitiative lohnen.
Einige Hunde haben eine sehr geringe Frustrationstoleranz oder eine kurze Konzentrationsspanne. Hier helfen winzig kleine Schritte mit sofortigen Erfolgserlebnissen. Hat der Hund Feuer gefangen, kann man die Ansprüche langsam steigern.
Manche Menschen wissen nicht, wie sie ihren Hund motivieren sollen. „Der Hund hat doch kein Interesse an mir, der schnüffelt draußen nur!“. Na ist doch prima, der Hund setzt also gerne seine Nase ein. Es gibt unzählige Möglichkeiten zur Nasenarbeit, die dem Hund vermitteln, dass schnüffeln mit Frauchen/Herrchen zusammen sogar noch toller ist.

Viele Hunde sind über Futter gut zu motivieren. Frei lebend würde ein guter Teil ihrer wachen Zeit für die Suche nach Nahrung verwendet werden, sowohl bei Wildhunden, als auch bei Straßenhunden. Sie erschnüffeln, sie buddeln, sie pirschen sich an, hetzen oder müssen sich etwas einfallen lassen, um an Nahrung in Mülltonnen oder an erhöhten Stellen zu gelangen. Und Hunde sind bestens dafür ausgerüstet: sie besitzen eine phantastische Nase, ein gutes Gehör, sind ausdauernd, mit einem schnellen Reaktionsvermögen. Was liegt näher, als den Haushund ebenfalls über den Futtererwerb Auslastung zu bieten. Eben in Form von Such-, Denk- und Jagdspielen. Auch eher mäkelige Fresser lernen so durchaus, Futter wieder interessanter zu finden und mehr zu schätzen. Natürlich kann man seinen Hund auch sehr gut auslasten, ohne Futter einzusetzen. Aber alleine, den Hund einen Teil des Futters erarbeiten zu lassen, statt es aus dem Napf zu füttern, bedeutet für ihn ein erhebliches Mehr an Auslastung.

 

Rolf für das DsN-Team

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