DsN-Pressemitteilung zur Kooperation mit der Stadt Giurgiu vom 4.8.2014

Pressemitteilung

 

Am 27.02.2014 erreichten uns über Facebook zahlreiche Hilferufe. 200 Hunde im Public Shelter (öffentliches Tierheim) der Stadt Giurgiu in Rumänien drohten zu verhungern, da die Fütterung durch die Stadt eingestellt werden sollte. Nach langen Gesprächen mit unseren Partnern vor Ort entschloss sich unser Verein, kurzfristig diese 200 Hunde zu reservieren. Laut rumänischem Gesetz dürfen Straßenhunde nach 14-tägigem Aufenthalt im Tierheim getötet werden. Jeder Bürgermeister kann dies jedoch individuell entscheiden. Reservierte Hunde (auch von ausländischen Organisationen) müssen versorgt werden. Die Fernadoption sorgte für viel Aufregung. Mails an den Bürgermeister, das Veterinäramt sowie das Shelter-Management folgten. Nervenaufreibende Stunden, ja Tage vergingen, bis wir die Zusage erhielten, dass die Fernadoption genehmigt wurde. Nach der erfolgreichen Rettung dieser Hunde beschossen wir, gemeinsam mit unseren Freunden von MAP Hilfe für Straßennasen e. V., eine nachhaltige Lösung für diesen Shelter zu finden. Die lokalen Tierschützer Eugenia und Ihr Mann Nelu erhielten die Erlaubnis, die Hunde im Shelter täglich mit Futter von uns zu versorgen. Seit Frühjahr haben wir also mittels Spenden dafür gesorgt, dass alle Hunde, die im Shelter von Giurgiu sitzen, ausreichend und täglich gefüttert werden!
Das beigefügte offizielle Dokument belegt, dass wir in den ersten 5 Monaten unseres Engagements bereits über 16 000 kg Futter für das öffentliche Shelter sammeln und dort an die Hunde verfüttern konnten. Die Hunde werden täglich von unseren Vertrauenspersonen gefüttert!

Die Resonanz war überwältigend, bis zu 500 Hunde dauerhaft satt zu bekommen, ist eine große Aufgabe. Dank durchaus kreativer Aktionen unserer Unterstützer haben wir es geschafft – so sammelten z. B. Kinder auf eigene Initiative in Schulen, Einnahmen von Tanz-kursen wurden gespendet, ein Vereinsmitglied nahm kurzerhand ein Spendenfass zu einem Open-Air-Festival mit, einige strickten für den guten Zweck, viele Sachspenden erreichten uns. So haben wir es geschafft, durchgehend und ohne einen Tag Pause dafür zu sorgen, dass das Futter nicht ausgeht!
Man muss dazu sagen, dass der Standard eines rumänischen Tierheims nicht mit einem deutschen Tierheim zu vergleichen ist. Es sind viel zu kleine Gitterboxen, in denen sich mit etwas Glück noch eine Europalette als Körbchenersatz befindet. Viel zu viele Hunde sind Sonne, Regen und Schnee in ihrem kleinen Gefängnis ausgesetzt, ohne Chance je wieder in Freiheit zu leben – und ohne tägliches Gassigehen oder die Möglichkeit, sie auf eine Vermittlung und so eine Hoffnung auf ein eigenes Zuhause vorzubereiten.
Uns allen war klar, Proteste und Krawall gegen die Stadt und den Bürgermeister würden zu keiner friedlichen und für die Hunde hilfreichen Lösung führen. Wir wollten und wollen gemeinsam mit unseren vielen treuen Unterstützern lieber die helfende Hand reichen statt zu richten.

05.04.2014 Roundtable-Gespräch mit der Stadt Giurgiu

 

Um das zu erreichen, haben wir der Stadt eine Kooperation angeboten. Am 05.04.2014 flog unsere zweite Vereinsvorsitzende Irene Berens zu einem Roundtable-Gespräch mit Vertretern der Stadt Giurgiu. Zu dem Termin waren rumänische Pressevertreter anwesend und Berichte wurden ins rumänische Fernsehen übertragen. Die Verhandlungen konnten beginnen. Obwohl wir ein sehr junger Verein sind (Gründung 2012) konnten wir mit unserem Konzept und unseren vorangegangenen erfolgreichen Projekten in Rumänien überzeugen. Man signalisierte die Bereitschaft, einen gemeinsamer Vertrag, der u. a. die die wichtigsten Themen Kastrationen, Umsetzung der Kennzeichnungspflicht, Futterversorgung, veterinär-medizinische Versorgung, akzeptanzfördernde Maßnahmen für die Anwohner Giurgius, das zukünftige Management des Shelters sowie Vermittlungen beinhalten sollte, mit uns auszuarbeiten.

Jeder, der schon Mal mit Behörden zu tun hatte, kann sich vorstellen, welcher Kraftakt erforderlich war, um bis zum folgenden Punkt zu kommen:

29.07.2014 Vertragsunterzeichnung: Wir haben Deutsch-Rumänische Tierschutzgeschichte geschrieben


Der Vertrag wurde von allen Parteien unterzeichnet und hat seitdem Gültigkeit. Der Bürgermeister hatte sich tatsächlich gegen die Tötung der Hunde in Giurgiu entschieden. Wir gehen gemeinsam eine humane Lösung des Straßenhundeproblems an. Als Bürgermeister einer Stadt eine solche Entscheidung zu treffen, in einer Zeit, in der aktuell die Medien überflutet werden von grausamen Hundetötungen und Straßenkämpfen zwischen Tierschützern und rumänischen Hundefängern, ist einfach unfassbar großartig. An diesem Tag liefen in Rumänien und Deutschland viele Tränen … dieses Mal vor Glück! Wir hatten ein wichtiges Etappenziel erreicht! Neben der Vertragsunterzeichnung stellte uns der Bürgermeister zusätzlich ein Grundstück zur Verfügung, auf dem ein neuer Shelter mit besseren Bedingungen errichtet werden kann. Aktuell sind durchgängig Vereinsmitglieder in Guirgiu vor Ort und packen tatkräftig mit an. Am 16.08.2014 wird es eine symbolische Übergabe des Vertrags im Rathaus der Stadt Giurgiu geben. Unsere zweite Vereinsvorsitzende Irene Berens sowie unsere Schriftführerin Sarah Rotsolk werden zu diesem Termin nach Giurgiu fliegen. Wir hoffen, dass dieser große Erfolg und Meilenstein in der Hilfe vor Ort langfristig und nachhaltig mithilft, die Streunerproblematik und das Leid der Tiere in Rumänien zu vermindern – und sich noch mehr Menschen dazu entscheiden, den friedlichen Weg des offenen Dialogs und der Verhandlung zu gehen.
Wir wenden uns an Sie als Medienvertreter, weil wir hoffen, dass Sie uns unterstützen können. Wir würden uns über Anzeigen, Berichte, Interviews oder die Veröffentlichung dieser Pressemitteilung sehr freuen. Auch eine Presse-Begleitung auf eine unserer Reisen nach Giurgiu wäre großartig.
Bitte teilen Sie uns mit, ob Sie Interesse haben, mit uns zusammen dieses Projekt um die Welt zu tragen.
Sie erreichen uns per E-Mail unter info@deutschlandsagtnein.com, telefonisch unter 01578 8805810 und postalisch unter der Vereinsadresse.
Wir danken Ihnen von ganzen Herzen


Deutschland sagt Nein zum Tiermorden e.V.
Jens Waldinger Irene Berens Aenn Pelz
1. Vorsitzender 2. Vorsitzende Schatzmeisterin

 
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(c) DsN e. V. - Tierschutz für alle